13. Tag: Mittwoch, 22.03.1989

Um 7.00 Uhr ist Tagesbesprechung im Pool. Als erstes Seaquarium dann Miami Beach und Shopping. Das Frühstück in Miamis Morgensonne mundet ausgezeichnet.

Mit nur ganz wenig Verspätung geht es auf zum Miami Seaquarium, einem der größten Meerwasseraquarien der Welt. Als erstes sind wir in der Flipper-Show, wo der originale Fernseh-Flipper mit einigen Kollegen eine absolut gute Show abzieht. Der Höhepunkt jedoch ist die Killerwalvorstellung. Ein Ungetüm so in den Griff zu bekommen, wie die beiden Dompteure ist faszinierend. Da springt z. B. einer der beiden ins Wasser und ist für ein paar Sekunden weg. Nanu, denkt man. Was kommt denn jetzt? Da kommt der gute Mann senkrecht aus dem Wasser, auf der Walnase stehend! Ein Hammer. Die Delphinshow ist lange nicht so gut wie in Duisburg. Weiterhin sehen wir Haie, Flamingos, Krokodile und diverse Fische.

Um 15.15 Uhr ist Abfahrt zum Strand. Wir hatten vor, auf Key Biscane schwimmen zu gehen, aber hier sind die Parkplätze zu teuer. Also wieder Miami Beach. Dort läuft Schwimmen, Sonnen baden und Volleyballspielen. Nach 18.00 Uhr fahren wir zur Flagler Street. Wer, der Miami Vice gesehen hat, würde denken, dass hier total tote Hose ist. “All shops closed”. Nur das Bayside-shopping-centre ist noch bis 22.00 Uhr geöffnet. Die Atmosphäre ist super. Man schlendert gemütlich durch die Passagen, sieht sich die Geschäfte an. Das ganze ist direkt am Wasser mit open air Musik. Nach einem gemütlichen Bummel sitzen wir am Wasser, trinken PinaColada und hören der 4 Mann-Band zu. Als Pia zu der Gruppe stößt möchte sie auch eine Pina Colada. Sie soll aber erst ihre ID zeigen. Pech gehabt! Pia ist noch keine 21 Jahre alt. Gar nicht dumm, gibt sie Frank $ 4,00. Der geht. und wird abgelehnt “Die ist ja für das Mädchen.” Dasselbe passiert mit Ute. Der Mann muss Luchsaugen haben. Als Volker dazukommt, macht er einen großen Bogen, geht zu einem anderen Mixer und bekommt den Drink, ohne ID. So einen Aufwand nur weil man etwas trinken möchte.

Da einige von uns die City aufmischen wollen, gibt’s wieder Diskussionen, wer, wann, wo und überhaupt. Nachdem Betti sich nach einem Tanzschuppen erkundigt hat, gehen wir in ein Lokal, das ziemlich leer ist. Die Bedienung ist beschissen. Die meisten wollen Pizza, weil preiswert. Das ist aber angeblich nicht möglich, weil kein Käse da ist. Also auch nur ein Lockangebot. Nachdem wir dann Tortellini gegessen haben, fahren wir zurück zum Campingplatz. Marion stellt fest, dass sie nicht mehr fahren kann, da sie mit einer Erkältung kämpft. Am Campingplatz “lslaGold” angekommen, trinken noch einige ein Bier und schlafen dann.

Frühstück am nächsten Morgen und dann, wieder verspätet, zum Coral Castle. Hier hat jemand Tonnen von Korallenblöcken bewegt und geformt, mit simpelsten Werkzeugen (1920-1940), nur um einer Ex-Freundin ein Denkmal zu setzen. Verrückt, aber faszinierend, so sehr, dass Billy Idol ihn in seinem Lied "sweet sixteen" verewigt hat. In brütend heißer Hitze geht es dann zum Parrotjungle. Dort fliegen Papageien frei durch die Gegend. Man kann sich mit den Vögeln fotografieren lassen. Fast jeder von uns bekommt mehrere Papageien auf den Kopf und auf die Arme gesetzt. Ganz schön schwer. Die Anlage ist sehr hübsch. Vögel, Flamingos und Alligatoren. Um 14.00 Uhr findet eine Show statt. Eine junge Frau lässt die Vögel sprechen, singen, Rollschuhlaufen und Autofahren.

Nach einem kurzen Snack fahren wir um 15.15 Uhr nach Palm Beach. Hier ist wahlweise Schwimmen oder Shoppen angesagt. Nach zwei Stunden Hitze, machen wir uns auf nach Fort Lauderdale. Unser erstes Ziel heißt Gerd Müllers "The Ambry" (zu deutsch: die Speisekammer). Clemens geht rein und bestellt einen Tisch für 15 Personen. Der Kellner bayert ihn an, dass wir noch ca. 20 Minuten warten müssten. Als wir reingehen sind wir sehr begeistert. Hier gibt es mindestens drei bayerische Kellner. Der eine teilt uns mit, dass das Salatbuffet im Preis inbegriffen ist. Als wir dieses aufsuchen bekommen wir direkt einen Schreck. Alles an Salaten, was man sich nur denken kann. Also Teller voll und reingehauen. Auch das Fleisch schmeckt super. Es ist nur recht teuer. Volker bezahlt für sein Essen. einen bayrischen Grillteller, etwa DM 50.00.

Jetzt suchen wir das Venedig Amerikas. Leider finden wir keine Grachten und Kanäle, sondern nur geschlossene Geschäfte. Das einzig interessante sind vier Lichtstrahlen, die über den Himmel kreisen. Als wir dem Phänomen nachgehen, entdecken wir, dass es sich nur um einen Werbegeck eines Autohändlers handelt. Also ab zurück zum Campingplatz.

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