Ohne Frühstück geht‘s gleich los. Unser Tagesziel heißt Key West. Bei einem Burger King auf Key Largo halten wir an, um Kaffee und Frühstück zu kaufen. Als wir den nächsten Halt anfahren, um Medikamente für Marion zu besorgen, passiert ein kleines. aber folgenschweres Missgeschick. Der Auslassstutzen des Abwassertanks bricht beim Fahren über einen Bordstein ab. Wir bemerken das gar nicht. Erst als Clemens wild fuchtelnd neben uns steht, sehen wir das Problem. Wir haben schon ein kleines “Häufchen” auf den Platz gemacht. Also ab um die nächste Ecke hinter einen Baum. Auf die nähere Entsorgung dieses Problems wird an dieser Stelle nicht eingegangen. Es war eine fürchterliche Schweinerei. Ein großer Dank gebührt Clemens, Berni und Bernd. die das Ganze für uns gelöst haben. Nebenbei erwähnt, hat uns eine Nachbarin wegen unerlaubten “dumpings” angezeigt. Der gerufene Gesetzeshüter versteht unsere Aufregung, nimmt unsere Personalien auf und fährt wieder.

Nach mehreren Stopps, an denen wir Zubehörläden für Campingartikel anfahren, kommen wir doch noch in Key West an. Drei Leute bleiben am defekten Mobil, die anderen suchen die Südstrände. Nach längerem Suchen sind wir wenig “begeistert”. An der Wasserkante sind Steine. dann Schlick und Algen. Und tief wird es hier auch nicht. Enttäuscht treten wir um 18.00 Uhr den Rückweg an. Der berühmte Sonnenuntergang von Key West ist für 18.34 Uhr angekündigt. Das wird knapp. Aber die Beeilung hat sich gelohnt. Die Sonne fällt praktisch von Himmel, um dann blutrot im Meer zu versinken.

Da der Parkplatz um 21.00 Uhr schließt, haben wir noch gut 2 Stunden Zeit. Als erstes streben wir einen t-shirt-Laden an, in dem man sich die Hemden selbst aus einer Anzahl von Bügelmustern designen kann. Da wir als eine Gruppe 9 Stück kaufen (Polo- und Sweatshirts), bekommen wir einen “special offer”: Jeder bekommt ein T-Shirt gratis und muss nur den Aufdruck bezahlen. Natürlich schlagen wir zu.

Jetzt treibt es uns in ein Lokal, wo wir einen begnadeten Klavierspieler gesehen haben. Also rein und zwei pitchers Bier (ca. 5 L) bestellen. Als der Pianist von seiner Bierpause zurückkehrt, geht die Post ab. Der Kerl springt aufs Klavier. spielt mit einem Badeschlappen, Zunge und Ellebogen und macht die Show dazwischen. Zum Glück bekommen wir von unserem Parkwächter 1 Stunde Verlängerung. Mittlerweile hat sich unsere ganze Gruppe versammelt und Clemens filmt mit der Videokamera. Schließlich kauft er noch eine Cassette von dem Klavierspieler. Um kurz nach 22.00 Uhr schwingen wir uns in die Mobile und düsen los. Ein paar Meilen zurück und dann irgendwo schlafen. Das erweist sich aber als äußerst schwierig, weil wir keinen für uns zugelassenen und ausreichend großen Parkplatz finden. Im Laufe unserer Suche fahren wir drei Mal über die Seven Miles Bridge, die längste Brücke der Welt. Schließlich übernachten wir auf dem Parkplatz einer Bank.

Das Wecken und Losfahren geschieht wieder ohne Frühstück. Ein kurzer Halt beim Burger King und dann mit Gas in Richtung Everglades, die wir gegen Mittag erreichen. Am Visitor Information Centre erkundigen wir uns nach den angekündigten Buschbränden. Zum Glück sind die in einem ganz anderen Teil der Glades. Also können wir beruhigt über ein paar Stationen nach Flamingo fahren. Die Everglades sind unglaublich faszinierend. Gras soweit das Auge reicht, nur unterbrochen von ein paar Bauminseln. Die Stationen bestehen aus Holzwegen, die über die Pflanzen gebaut sind. Zwischendurch gibt es immer wieder Lehrreiches oder Zitate auf Schildern. Eine Station steht an einem Seeufer. Dort setzen wir uns eine Zeit hin und genießen den Ausblick. Zwischendurch kommt ein Alligator bis auf ca. 3 m ans Ufer gepaddelt. Auge in Auge mit einem freilebenden Alligator, ein ganz schön kribbeliges Gefühl.

Traurig ist, dass ein See, der als Vogelparadies bekannt ist. trocken liegt. Flamingo selber enttäuscht uns ein wenig. Wir dachten, daß dort so etwas wie eine kleine Siedlung wäre. aber hier ist nur eine Tankstelle, die wir auch dringend brauchen, ein Laden und ein paar Restrooms. Eine Stunde Aufenthalt am Kai und dann Rückfahrt nach Homestead, wo wir eine Kirche zwecks Osternacht suchen. Wir finden keine, die um 22.00 Uhr noch Messe feiert. Wir beschließen unseren alten Supermarkt aufzusuchen, um einzukaufen und dann schon mal in Richtung Fort Lauderdale zu fahren. Morgen wollen wir dann quer durch Florida und eine Messe in Naples feiern. Gesagt, getan, in der Dunkelheit treffen wir an einem Campingplatz ein, der sehr gepflegt aussieht, aber kein Wasser am Mobil hat. Bis 2.00 Uhr wird sich noch unterhalten.

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