Das heutige Tagesziel heißt Washington. Ist zwar unmöglich zu schaffen, aber man gibt sich ja gerne Illusionen hin. Beim ersten Tankstopp bemerkt ein Tankwart, dass der Reifen vorne rechts defekt ist. Endlich wissen wir, warum der Wagen immer so extrem nach rechts zieht. Die Spur ist total daneben. Der Reifen ist teilweise bis aufs Stahlband abgefahren. Als wir unseren Reservereifen entblößen, stellen wir fest, dass einer unserer Vorgänger dasselbe Problem hatte. Zum Glück ist der Reservereifen des anderen Mobils neu. Für $ 15.00 bekommen wir dieses angeschraubt. Es wird nur noch gefahren, gefahren. Abends halten wir bei Hardee’s um ein paar Burger zu essen. Um 2.00 Uhr kommen wir bei unserem alten KOA-Platz in Washington an. Nach 871 Meilen an einem Tag. Bis 4.00 Uhr wird gescrabbelt und gequatscht. Wir beschließen Wecken um 9.00 Uhr.

Vor der Abfahrt muss Betti unbedingt ein Foto machen. Sie hat auf dem Ladies Restroom ein Peanuts-Bild entdeckt. Frank, Kai und Betti stellen sich vor das Bild um sich ablichten zu lassen: „Die neueste Erfindung der USA  macht die Arbeit von zwei Männern in der halben Zeit: Eine F R A U. Heute morgen fahren wir nach Arlington auf den Kriegsgräberfriedhof. Es ist sehr beeindruckend. Die vielen Gräber, alle militärisch ausgerichtet mit den gleichen weißen Steinen.

Auf dem Grab von J. F. Kennedy brennt ein ewiges Licht. Gegen 13.00 Uhr sind wir am Grabmal des unbekannten Soldaten. Ein Wachmann patrouilliert ständig hin und her. Er läuft immer, auf die Sekunde genau, die gleiche Schrittzahl (21) und wartet auch immer die gleiche Zeit bis er sich wieder umdreht. Wir haben Glück. Für 14.00 Uhr ist eine Kranzniederlegung der Ägypter angekündigt. Eine Kapelle der US-Navy marschiert auf, spielt die Nationalhymnen, Fahnenschwenker erscheinen und der Kranz wird aufgestellt.

Um 15.00 Uhr fahren wir nach Washington. Wir wollen noch ein wenig einkaufen. Es ist gar nicht einfach einen Parkplatz zu finden. Alles besetzt. Schließlich parken wir etwas außerhalb auf dem Parkplatz eines Klavierbauers. Nach 3 Stunden Einkaufen und Essen machen wir uns auf den Weg nach New York. Clemens meint, dass wir spätestens um 2.00 Uhr da wären. Um 12.00 Uhr wechselt Berni mit Frank. Als wir nach dem Wechseln wieder auf die Interstate 95 auffahren wollen, steht plötzlich ein voll beleuchteter Polizeiwagen vor uns. Wir haben in einer Einbahnstraße gedreht. Er möchte pro Wagen $ 500,00 Strafe kassieren. Zum Glück können wir ihn beruhigen und umsonst weiterfahren. Clemens Planung hat nicht ganz gestimmt. Gegen 5.00 Uhr morgens kommen wir völlig erschöpft auf dem Campingplatz in New York an.

Heute ist unser letzter Tag. Um 7.30 Uhr werden wir geweckt. Wir sind total erschossen. Clemens ruft den Mobilvermieter an und sagt ihm, dass wir gegen 10.00 Uhr da sind. Wie immer wird es später. Zuerst bringen wir 6 Leute nach Manhattan, weil wir nicht mit 15 Mann bei Cruise America auftauchen dürfen. Die, die zurückfahren, machen noch die Mobile sauber und kommen um 11.30 Uhr bei Cruise America an. Nach einer kurzen Durchsicht der Autos sind wir die Karren los. Ohne Probleme.

Jetzt müssen wir noch bis 13.00 Uhr warten. Als wir um 14.30 Uhr endlich am J-F-Kennedy-Airport ankommen, sind eile anderen 6 schon da. Das Einchecken geht zügig, obwohl Michaels Name falsch geschrieben worden ist. Heute sitzen alle in der Economy-Class. Wir rollen zur Startbahn und warten und warten. Es sind noch 15 Flieger vor unserem Jumbo „Ganges“. Also zurück zum Parkplatz und weiter warten. 3 Stunden! Um 20.00 Uhr geht‘s dann endlich los. Der Flug ist fast die ganze Zeit nachts, dauert aber, im Gegensatz zum Hinflug, nur 6 1/2 Stunden. Der Pilot fliegt statt über den Pol den direkten Weg und hat Rückenwind

9.30 Uhr MESZ Landung in Amsterdam/Schiphol. Der Busfahrer wartet schon auf uns. Auf der Rückfahrt nach Mülheim schlafen fast alle. Nur an der Grenze wachen manche auf um zu Hause anzurufen. Als wir in St. Raphael ankommen, steht da schon unser Empfangskomitee. Kurze Verabschiedung von einander und dann ab nach Hause. Erst einmal erzählen und schlafen.

Das wars.

USA ’89

4 Tage New York

17 Tage Autofahren: 4.300 Meilen

2.550 Liter Benzin / Auto

Ich bin mir sicher, ich komme wieder.

ENDE

 

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